Das Bibermobil - Projektbeschreibung

Kurzbeschreibung

Der Biber ist ein sympathischer Nager und ein begabter Baumeister. Jetzt hat er die Flüsse der Wetterau zurückerobert, an vielen Stellen sind schon seine Bissspuren an den Bäumen des Ufersaums zu erkennen. Das Interesse am Biber ist groß und insbesondere Kinder und Jugendliche sind leicht für dieses Tier zu begeistern. Der Biber steht aber auch stellvertretend für eine ganze Lebensgemeinschaft: Für die Tiere und Pflanzen der Fließgewässer und Auen. Damit verbunden ist die Notwendigkeit des schonenden Umgangs mit der Ressource Wasser und der naturnahen Umgestaltung der kanalisierten Flüsse.

Aktives Handeln für Natur und Umwelt kann nur durch die direkte Erfahrung erzielt werden. Ideal ist ein aufsuchendes Bildungsangebot, das den unmittelbaren Lebensbereich der Teilnehmer mit einbezieht. Das Bibermobil ist ausgestattet mit didaktischem Material, Anschauungsobjekten sowie Untersuchungsgerätschaften und erlaubt eine umfassende Erkundung von Fließgewässern und von ihrem Umfeld. Untergebracht in einem Kastenwagen kann es direkt an den Untersuchungsort fahren und vor Ort Erlebnisse und Erkenntnisse ermöglichen. Über die aufsuchende Bildungsarbeit können so gleichzeitig mehr und insbesondere auch sozialschwache oder weniger mobile Teilnehmer erreicht werden.

Einsatzgebiete / Zielgruppen

Das Bibermobil ist hauptsächlich im Wetteraukreis unterwegs, kommt aber auch in benachbarte Landkreise zu Besuch. 

Grundsätzlich richtet sich das Angebot an alle Altersklassen und kann sowohl von Kindergärten und Schulen als auch von weiteren Bildungseinrichtungen, Vereinen sowie Städten und Gemeinden gebucht werden. Schwerpunktmäßig sollen die Schulen von dem Angebot profitieren. Diese können das Bibermobil als Ergänzung der lehrplanmäßigen Behandlung des Themenkomplexes buchen und damit die theoretische Stoffvermittlung um handlungsorientierte Ansätze ergänzen. Auch die Gestaltung von Projektwochen, Wanderwochen, Wahlpflichtangeboten und von AGs an Ganztagsschulen wird angeboten.

Bedarf: Warum ein Bibermobil

Der Schutz von Güte und Menge der Süßwasserressourcen ist ein wichtiges Ziel der bereits 1992 in Rio de Janeiro von der UN aufgestellten Agenda 21 (siehe u.a. Kapitel 18). Ferner stellt darin die Förderung der Schulbildung und des öffentlichen Bewusstseins (Kapitel 36) ein wichtiges Ziel dar. Mit der Erklärung der Periode von 2005 bis 2014 zur UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" werden die Ziele des Kapitels 36 noch einmal unterstrichen und gezielt in den Fokus genommen. Parallel dazu gibt die von der Europäischen Union erlassene Wasserrahmen-Richtlinie einen klaren zeitlichen und qualitativen Rahmen für die Renaturierung von Fließgewässern und den Umgang mit der Ressource Wasser vor. In der Wetterau sind die Flüsse und Auen die Lebensräume mit der höchsten Biodiversität, eine Konzentration naturschutzfachlicher Entwicklungsmaßnahmen in diesen Bereichen hat oberste Priorität.

Mit dem zurückgekehrten Biber haben diese Lebensräume neben dem Weißstorch einen weiteren Sympathieträger bekommen. Mit Hilfe dieser Sympathieträger lässt sich die Gesamtthematik attraktiv verpacken, was die Ansprache breiterer Teilnehmerkreise wesentlich erleichtert.

Während Umweltmobile (vgl. www.umweltmobile.de) in den meisten deutschen Bundesländern zur Grundausstattung der - meist staatlich getragenen - Umweltbildungsarbeit gehören, fehlen die aufsuchenden Angebote in Hessen nahezu ganz. Mit dem Bibermobil kann diese Lücke mindestens für den Wetteraukreis, eventuell auch für die angrenzenden Landkreise, geschlossen werden.

Bildungstheoretische Ausrichtung / Themenschwerpunkte

Das Bildungsangebot soll sich an den Grundsätzen einer "Bildung für nachhaltige Entwicklung" orientieren und bei der UNESCO als UN-Weltdekade-Projekt angemeldet werden. Entsprechend werden die Bildungsarrangements stets mehrdimensional angelegt und Perspektivwechsel - z.B. in Planspielen - ermöglicht, durch die ökologische, soziale und ökonomische Aspekte gleichermaßen beleuchtet werden. Global bedeutsame Themen, wie die Verfügbarkeit sauberen Trinkwassers für alle Menschen auf der Welt, werden lokal verortet. Damit können die Teilnehmer leichter angesprochen werden und erhalten die notwendigen Anknüpfungspunkte zur Ausbildung ihrer Handlungskompetenzen.

Folgende Lernziele werden gesetzt:

  1. Der Biber: Biologie und Lebensweise; Indikatorfunktion für die Biodiversität
  2. Lebensgemeinschaften, ökologische Netze und Ausstattung der Lebensräume Fließgewässer und Auen kennenlernen.
  3. Methoden zur Bewertung von Fließgewässern: Gewässerstrukturgüte, biologische Gewässergüte, chemische Gewässergüte bestimmen lernen.
  4. Globale Wasserkreisläufe, Fließgewässersysteme, Landschaftsentwicklung im Einfluss des Wassers erkennen.
  5. Bedeutung sauberer Fließgewässer, Bedeutung von Auengebieten als Zonen der Hochwasserretention, Bedeutung der Biodiversität für das Überleben des Menschen erfahren.
  6. Die Auswirkungen des Klimawandels auf Fließgewässer und die Verfügbarkeit sauberen Trinkwassers einschätzen lernen.
  7. Unterschiedliche regionale Verfügbarkeit von Trinkwasser und die Milleniumsziele zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser kennenlernen.
  8. Erarbeitung eigener Nachhaltigkeitsziele und Überdenken der eigenen Konsumgewohnheiten. 

 

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