Angebote

Mit dem Bibermobil werden folgende Lernziele verfolgt:

  • Der Biber: Biologie und Lebensweise; Indikatorfunktion für die Biodiversität
  • Lebensgemeinschaften, ökologische Netze und Ausstattung der Lebensräume Fließgewässer und Auen kennenlernen.
  • Methoden zur Bewertung von Fließgewässern: Gewässerstrukturgüte, biologische Gewässergüte, chemische Gewässergüte bestimmen lernen.
  • Globale Wasserkreisläufe, Fließgewässersysteme, Landschaftsentwicklung im Einfluss des Wassers erkennen.
  • Bedeutung sauberer Fließgewässer, Bedeutung von Auengebieten als Zonen der Hochwasserretention, Bedeutung der Biodiversität für das Überleben des Menschen erfahren.
  • Die Auswirkungen des Klimawandels auf Fließgewässer und die Verfügbarkeit sauberen Trinkwassers einschätzen lernen.
  • Unterschiedliche regionale Verfügbarkeit von Trinkwasser und die Milleniumsziele zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser kennenlernen.
  • Erarbeitung eigener Nachhaltigkeitsziele und Überdenken der eigenen Konsumgewohnheiten.

Diese Lernziele stehen auch Mittelpunkt der individuell angestimmten Lernarrangements für Gruppen, die das Bibermobil buchen möchten. Dabei kann aus folgenden Angeboten ausgewählt:

  • Projekttag: Einsatz am nächstgelegenen Fließgewässer in der Nähe zur Schule bzw. Einrichtung der Buchenden
  • Projektwoche: Eine ganze Projektwoche am nächstgelegenen Fließgewässer
  • Kindergeburtstag am Fluss: Zusammenhänge spielerisch erkennen

Die Bildungsmaßnahmen werden in zwei verschiedenen zeitlichen Formaten angeboten: Projekttag und Projektwoche. Ideal für die Vertiefung des Themas, den Kompetenzerwerb und die Erarbeitung eigener nachhaltiger Handlungsansätze ist die Projektwoche. Leider steht jedoch aufgrund der engen Vorgaben der Lehrpläne in vielen Fällen nur ein Tag zur Verfügung.

Um eine optimale Vorbereitung des Bibermobil-Besuchs sowie eine anschließende Nachbereitung und Entwicklung eigener Projektaktivitäten zu ermöglichen, wird den Teilnehmern ein Arbeitsheft mit Grundlageninformationen, Arbeitsbögen, Anregungen für eigene Erkundungen und zu eigenen Aktiviäten an die Hand gegeben. Insbesondere nach dem Bibermobil-Besuch sollen die Schülerinnen und Schüler das Thema weiterentwickeln, in Schülerzeitungen, Schülerfirmen oder in weiteren schulischen oder außerschulischen Aktivitäten aufgreifen. Dazu werden ergänzende Hilfestellungen angeboten.

Der Biber ist das "Maskottchen" dieses Projektes, er soll zunächst die Neugier wecken und eine emotionale Dimension in das Bildungsangebot bringen. Insbesondere jüngere Schülerinnen und Schüler sind über das Interesse an Tieren leichter anzusprechen, als über die meist abstrakteren allgemeinen Fragen der Nachhaltigkeit. Daher wird auch der Einstieg in die Bildungsmaßnahme zunächst über naturpädagogische Methoden gewählt. Die Teilnehmer begeben sich auf die Spur des Bibers, untersuchen das Fließgewässer vor den Toren der eigenen Schule auf seine Wasserqualität, ermitteln die Strukturgüte und diskutieren schließlich die Bedeutung eines naturnahen Gewässerzustandes für die Biodiversität und die Stabilität des Ökosystems. Anschließend wird der Bogen über die globale Verfügbarkeit des Wassers geschlagen und mit den Methoden der "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)" weitergearbeitet. Mit dem Modell des "Virtuellen Wassers" analysieren die Teilnehmer ihr eigenes alltägliches Verbraucherverhalten, stellen fest, wofür und in welchen Mengen Wasser verbraucht wird. Anhand von im Bibermobil mitgeführten Spielkarten (mit weiterem Informationsangebot) erfahren die Teilnehmer, dass sie mit importierten Speisen auch Wasser aus Regionen der Erde importieren, in denen dieses kostbare Gut knapp ist. Sie stellen Überlegungen an, was sie tun würden, wenn sie zu den Menschen gehören würden, die nicht regelmäßig über ausreichende Mengen sauberen Trinkwassers verfügten. In Planspielen - vor der Kulisse des heimatlichen Gewässers - entwickeln die Teilnehmer Handlungsalternativen und stellen ihr bisheriges Konsumverhalten in Frage.